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Künstler?! Die wichtigsten der Gegenwart (II)

by Oliver Geffken. Average Reading Time: about 13 minutes.

Im ersten Teil dieser Serie wurden die mit künstlerischer Schöpfung verknüpften Eigenschaften Abweichung, Stilgefühl, Integrität, die Bedeutung des Handwerks sowie Konzentration vorgestellt, die sich aus der Lektüre von Zitaten von Dichtern, Philosophen und Künstlern über ihre Profession ergeben haben. In diesem zweiten Teil, der im Rahmen unserer ARTlectric-Ausschreibung gestellten Frage „Was macht den Künstler zum Künstler?“, werden nun die vom Kunstmagazin Monopol im Jahr 2007 bestimmten zehn wichtigsten zeitgenössischen Künstler etwas näher unter die Lupe genommen.

  • Was haben diese Künstler gemein oder worin unterscheiden sie sich?
  • Können aus ihrer Herkunft,
  • ihrer Ausbildung,
  • der Art ihrer ersten und größten Erfolge,
  • aus den von ihnen bevorzugten künstlerischen Methoden und Techniken
  • und aus den in ihren Werken transportierten Botschaften

weitere Rückschlüsse darauf, was den Künstler zum Künstler macht, gezogen werden? Die von Monopol gewählten wichtigsten Künstler der Gegenwart sind: Isa Genzken (D), Richard Prince (USA), Jeff Koons (USA), John Baldessari (USA), Gerhard Richter (D), Damien Hirst (GB), Bruce Nauman (USA), Peter Doig (GB/SCO), Louise Bourgeois (FRA/USA) und Wolfgang Tillmans (D).

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Gerhard Richter, „Zwei Liebespaare“, 1966, Öl auf Leinwand, 115 x 160 cm; falls nicht anders gekennzeichnet © Gerhard Richter / mit freundlicher Genehmigung des Künstlers; Daros Collection, Fondation Beyeler, Schweiz.

Die Herkunft bleibt in Kopf und Seele

Wenig überraschend wirkt das Faktum, dass alle zehn Künstler aus dem Okzident, aus den USA oder Europa stammen. In der Rangliste finden sich drei Deutsche, vier Amerikaner, zwei von den Britischen Inseln sowie eine Französin. Relativiert man diese Anzahl um die Größe der Länder, fällt die Bedeutung Deutschlands für die zeitgenössische Kunst auf.

Noch bemerkenswerter ist, dass sich alle deutschen Künstler einem Ort verhaften lassen: der Kunstakademie Düsseldorf, was ebenso für den Amerikaner Bruce Nauman (s. auch Innen und Außen: Bruce Nauman und Olafur Eliasson) als auch für den Schotten Peter Doig zutrifft. Die deutschen Metropolen Berlin, Hamburg oder München sind zum Zeitpunkt der Wahl nur Randerscheinungen. Für die Hauptstadt könnte sich dies in den nächsten Jahren allerdings ändern.

Seit ca. 5 Jahren ist eine vielseitige Kunstszene, sowohl eine lebendige Off-Szene als auch eine Bühne für etablierte Galerien und Kunstexperten entstanden, die sich vom Pionier-Galerienviertel „Mitte“ langsam über die ganze Stadt ausbreitet und bis heute sogar in die Schmuddelkieze der Potsdamer Straße MAP oder nach Neukölln MAP vorgedrungen ist. Zudem ist die Stadt im nationalen und internationalen Vergleich hinsichtlich der Lebenshaltungskosten ein wahres Paradies und viele, vor allem nordeuropäische Künstler nutzen die Gelegenheit, die preiswerten Ateliers in ehemaligen Industrieanlagen oder Regierungsgebäuden der DDR zu besetzen. Einige sehr erfolgreiche Galerien wie beispielsweise Sprüth Magers haben ihre Hauptresidenzen an die Spree verlegt. Bei den amerikanischen Künstlern ist entweder die Metropole der Ostküste, der „Big Apple“, der wesentliche Anziehungspunkt oder die an der Westküste gelegene „Stadt der Engel“ die Inspirationsquelle. Ebenfalls erstaunlich ist das durchschnittliche Alter der hier präsentierten Künstler, das bei etwa 65 Jahren liegt. Der jüngste ist der Deutsche Tillmans (*1968), die älteste die im letzten Jahr verstorbene Louise Bourgeois (*1911).

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Wolfgang Tillmans, „Freischwimmer“, 2003, Chromogen-Entwickler auf gerahmtem C-Typ Druck, 280 x 140 cm; falls nicht anders gekennzeichnet © Wolfgang Tillmans; Galerie Daniel Buchholz, Köln.

„Aller Kunst muss das Handwerk vorausgehen …“

So heißt es schon in Goethes „Wilhelms Meister Wanderjahre“. Eine gute Ausbildung ist in fast jedem Beruf die Basis für Erfolg, auch wenn Quereinsteiger den Mut zur Lücke immer wieder beweisen und mit Glück sowie Beharrlichkeit ebenso Chancen haben, erfolgreich zu werden. In der Monopol-Liste ist Richard Prince derjenige, der keine Universität besucht und keine institutionell verankerte künstlerische Ausbildung genossen hat.

Dass allerdings neun von zehn der wichtigsten zeitgenössischen Künstler ihr Handwerk und ihre Kenntnisse an Hochschulen oder Kunstschulen erworben haben, manche sogar an mehreren, bestätigt die These, dass „Handwerk goldenen Boden“ hat. Doch es gibt Unterschiede. Während die Hälfte der Künstler ein durchschnittliches künstlerisches Studium absolviert hat, haben zwei der Künstler, John Baldessari und Peter Doig über einen Zeitraum von zehn Jahren ihre Kenntnisse und Fähigkeiten an unterschiedlichen Universitäten erhalten. Und auch Gerhard Richter hat vor dem Studium eine zusätzliche Ausbildung zum Schriften- sowie Bühnen- und Werbemaler absolviert. Zwei der Künstler, Tillmans und Doig, unterrichten als Professoren mittlerweile selbst angehende Künstler an der Frankfurter Städelschule sowie an der Düsseldorfer Kunstakademie.

„[…] Studierenden die Pforte zur Kunst als umfassendes Universum zu öffnen und somit die Leidenschaft zu entfachen, in Kunst und Kultur aufzugehen […]“

Und noch eines ist bemerkenswert: Bruce Nauman hat neben Kunst auch Mathematik und Physik studiert und sieht sich selbst von Persönlichkeiten beeinflusst, die mit Kunst weniger zu tun haben: Ludwig Wittgenstein, Samuel Beckett oder John Cage. Was ist die Aufgabe eines Studiums, was soll es vermitteln? Wenn durch das soziale Umfeld, beispielsweise durch künstlerische Berufe der Eltern, der Zugang zur Kunst nicht schon vor dem Studium gelegt wurde, besteht der wichtigste Auftrag darin, den Studierenden die Pforte zur Kunst als umfassendes Universum zu öffnen und somit die Leidenschaft zu entfachen, in Kunst und Kultur aufzugehen, also die Basis für eine ästhetische oder philosophische Wahrnehmung zu schaffen.

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Peter Doig, „Lapeyrouse Wall“, 2004, Öl auf Leinwand, 200 x 250.5 cm; falls nicht anders gekennzeichnet © Peter Doig; Werk in Privatbesitz und zur Schenkung dem MoMA, New York avisiert.

Eine weitere Aufgabe ist natürlich die Ausbildung im Handwerk, das Heranführen an verschiedene Techniken, das Experimentieren und Vertiefen sowie die theoretische Ausbildung, das Lehren der stilistischen Elemente verschiedener Kunstepochen und ihrer gesellschaftlichen Einbettung. Im besten Fall erhalten die Studierenden eine interdisziplinäre Ausbildung, um die Berührungspunkte zur Literatur, zur Musik und vielleicht auch zu den Naturwissenschaften aufzuspüren und damit die Fähigkeit zu erlangen, grenzüberschreitend zu denken.

Erfolg ist die Kunst …

„[…] dem Sinnvollen das Rentable vorzuziehen.“

So denkt ein Wirtschaftswissenschaftler wie Helmar Nahr. Zum Glück gilt dieses Dogma für die meisten unserer Künstler nicht.

Erfolg ist den hier porträtierten Künstlern teilweise schon in sehr frühen Jahren vergönnt gewesen, einige von ihnen sind mit dem ersten großen Erfolg weltberühmt geworden, manche viele Jahre von der Masse unbeachtet und ein Geheimtipp geblieben. Die meisten jedoch haben sich Stück für Stück in kleinen Schritten etabliert.

Ein Grund für den oft frühen Erfolg ist sicherlich die fortschreitende Globalisierung, die auch vor der Kunstwelt nicht halt macht, die wachsende Macht der Medien sowie elaborierte Marketingmaßnahmen der Künstler oder ihrer Agenten. Bis auf Louise Bourgeois können alle Künstler vor ihrem 40. Lebensjahr einen ansehnlichen Erfolg verbuchen: Auftritte auf großen, etablierten Ausstellungsplattformen wie der Documenta, Rekordpreise für versteigerte Einzelwerke im (manchmal zweistelligen) Millionenbereich, Ehrungen für das Lebenswerk auf internationalen Ausstellungen wie der Biennale Venedig, Präsentationen in den großen Museen und Galerien wie des New Yorker MoMA, der Londoner Tate, dem Centre Pompidou oder gar vollmundige Vergleiche mit dem wohl berühmtesten Künstler des 20. Jahrhunderts, Pablo Picasso, eine Analogie die „The Guardian“ in Bezug auf Gerhard Richter nicht scheut.

Ein besonderer Erfolg wird Wolfgang Tillmans im Jahr 2000 zuteil, der als der erste nicht aus England stammende Künstler den renommierten Turner Prize erhält. Wenn sich Erfolg am Geld bemisst, dann ist wohl Damien Hirst der erfolgreichste, der als reichster Künstler der Gegenwart gilt.

Doch wer ist der berühmteste? Wenn man eine Googleanfrage formuliert (der Name des Künstlers sowie die Stichworte „art“ bzw. „Kunst“), führt dies zumindest in der Tendenz zu einer Beantwortung dieser Frage.

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Jeff Koons, „Michael Jackson and Bubbles“, 1988, Keramik, 106.7 x 179.1 x 82.5 cm; falls nicht anders gekennzeichnet © Jeff Koons / The Broad Art Foundation, Santa Monica; Foto © Douglas M. Parker Studio, Los Angeles.

Bei der ersten Anfrage („art“) gibt Jeff Koons den Ton an, gefolgt von Gerhard Richter und Richard Prince. Bei der zweiten Anfrage („Kunst“) sitzt Gerhard Richter auf dem Thron, gefolgt von Damien Hirst und Jeff Koons. Auch wenn eine solche Anfrage nur einen Kurs aufzeigen kann, liegen Wolfgang Tillmans und Richard Prince mit weniger als 100.000 Hits im der deutschen Kategorie auf den letzten Plätzen, im englischsprachigen Bereich führt Peter Doig, relativ abgeschlagen, die Negativliste an.

Kunst der Gegenwart – das Ende der Malerei?

Die Methoden und Techniken, Kunst zu machen sind vielförmig und werden sich in Zukunft, begleitet vom Trend der Interdisziplinarität, noch weiter differenzieren. Steht bis zu Beginn der Postmoderne die Malerei sowie auch die Bildhauerei im Fokus der Kunst, haben sich vor allem Installationen und Fotografien durchgesetzt und ihre Gestalter berühmt gemacht.

Die meisten der hier dargestellten Künstler haben die Installation zur Hauptfigur ihrer Kunst erhoben, die anderen verstreuen sich zu gleichen Anteilen auf Fotografie, Konzept- und Medienkunst sowie Malerei. Einige von ihnen sind vielseitig aktiv und legen sich kaum auf ein Medium fest, wie beispielsweise Baldessari oder Genzken. Die jüngeren unter den Künstlern (Tillmans, Hirst und Doig) haben sich mit ihrer Methode mehr oder weniger auf eine Technik festgelegt, Tillmans und Doig haben sogar nur eine Technik zu ihrem Ausdrucksmittel gemacht.

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Isa Genzken, „Church (Ground Zero)“, 2008, verschiedene Materialien; falls nicht anders gekennzeichnet © Isa Genzken; Foto © Hauser & Wirth Zürich/London, sowie Galerie Daniel Buchholz, Köln.

Und auch die Originalität der Techniken spielt keine übergeordnete Rolle. Lediglich Damien Hirst hat mit völlig neuen Gestaltungsformen, seinem in Formaldehyd eingelegten Hai oder mit Diamanten besetzten Schädel, Aufmerksamkeit erregt. Nimmt man die beiden berühmtesten Künstler, Gerhard Richter und Jeff Koons, als Maßstab, kann man ein größeres Interesse an Skulpturen und Malerei sowie Fotografie ableiten.

Was will uns der Künstler damit sagen?

Jeder respektierte Künstler unternimmt mit der Schaffung eines Kunstwerkes den Versuch, etwas mitzuteilen; dies kann entweder eine gesellschaftspolitische Botschaft sein, aber auch einfach nur ein Ausdruck eines inneren Zustandes, eine Aufarbeitung eines individuell drängenden Themas.

„Die Kunst ist ein Privileg zu sublimieren.“

Louise Bourgeois (* 25. Dezember 1911 in Paris; † 31. Mai 2010 in New York City)

Die Kunst ist ein „Privileg zu sublimieren“, wie Bourgeois das formuliert hat. Doch neben dieser persönlichen Aufarbeitung steht auch noch die gesellschaftskritische Dimension im Fokus der Arbeiten der französischen Künstlerin und sie schafft damit eine „völlig eigenständige Sprache“ (SPIEGEL).

Mit seiner Re-Fotografie ist auch Prince kritisch, indem er zu Ikonen aufgestiegene Konsumobjekte „aus der perfekten Werbewelt in die unperfekte Wirklichkeit zurückholt“ (SPIEGEL), auch wenn hier ein fader Beigeschmack bleibt: Prince wird als Urheber des teuersten Einzelfotos der Welt selbst zu einem Beispiel der Kultur, die er kritisiert und karikiert.

Auf Verstörung und Konfrontation setzen die Amerikaner Koons und Nauman. Während Koons die fast klinisch anmutenden Oberflächen seiner Skulpturen nutzt, um „schmutzige“ Motive darzustellen, konfrontiert Nauman sein Publikum mit der Suche nach der eigenen Wirklichkeit. Seine Objekte bieten die Möglichkeit zur Selbsterfahrung, zur Reflexion, zum Perspektivenwechsel. Nauman ist der Therapeut unter den Künstlern, der die Besucher in Situationen drängt, in denen sie mit sich selbst und ihren inneren Zwängen und Wünschen in Widerspruch gesetzt werden.

Die individuelle, subjektive Darstellung der Realität steht bei den zu Beginn der 1930er Jahre geborenen Baldessari und Richter eine erhebliche Rolle – die Aufdeckung von Unvereinbarkeiten und Unstimmigkeiten. Interessant ist auch, dass beide Künstler einen Teil ihrer Kunst verbrannt haben: Richter vor der Flucht in die Bundesrepublik zu Beginn der 1960er Jahre, Baldessari in seinem Aufsehen erregenden „Cremation Project“ etwa zehn Jahre später. Der SPIEGEL sieht Gerhard Richters Verdienst in der Etablierung des „Zweifels an der Darstellbarkeit“ und so ist auch sein Werk von Widersprüchen geprägt. Einerseits sieht er sich der fotorealistischen Darstellung verbunden, andererseits der Abstraktion, die sich in seinen Glas- und Spiegelobjekten sowie Installationen zeigt. Richter seziert die Gegenwart, indem er sich wie ein Wissenschaftler forschend und experimentierend mit ihr auseinandersetzt und damit auch wieder Nauman begegnet.

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John Baldessaris Studio mit zum letzten Mal, vor ihrer Verbrennung im „Cremation Project“ ausgestellten Werken, 1970; Foto © John Baldessari, Los Angeles.

Der Brite Hirst sieht sich dem Kommerz auf das Stärkste verhaftet. 1988 gründet er die Young British Artists (YBA), organisiert die Kunstmesse Frieze, dreht Musikvideos, produziert Pop-Songs und richtet sich ein Restaurant ein. Hirst ist damit ein regelrechter Celebrity und steht in einer Liste mit Superstars, die über ihre eigentliche Profession hinaus überall mitmischen – ein „Businessartist“ wie der SPIEGEL treffend beschreibt.

Das Gegenteil ist Peter Doig. Seine Vorliebe für Landschaften ist vielleicht auf seine „Jugenderinnerungen an die kanadische Wildnis“ (SPIEGEL) zurückzuführen. Vielleicht sehnt er sich nach Ruhe und Meditation, nachdem er als Kind nie länger als drei Jahre irgendwo gewohnt und insgesamt neun Schulen besucht hat.

Grundlagen für die Arbeit als Bildhauerin erhielt die Französin
Louise Bourgeois an der „École Nationale Supérieure des Beaux-Arts“ in Paris Mitte bis Ende der 1930er Jahre, als es noch nicht üblich war, Frauen eine Hochschulbildung anzuerkennen. Unter Umständen ist es genau diese Benachteiligung, die aus der Künstlerin eine streitlustige, unerschrockene Persönlichkeit gemacht hat:

„Mich interessieren die Ambitionen der Menschen (…), ihr enormer Drang, ihren Platz in der Welt zu verteidigen“.

Bourgeois hat die Kunst immer als Privileg betrachtet, ihre Kindheit aufzuarbeiten. Tillmans ist ein Beobachter, der ein ästhetisches wie politisches Interesse hat. Er selbst sagt über sich: „Ich mache Bilder, um die Welt zu erkennen“. Seit Anfang des neuen Jahrtausends erprobt sich Tillmans auch in Abstrakter Fotografie. Bekannt geworden sind vor allem seine Freischwimmer.

It didn’t exist until I did it

Um ein Künstler zu werden, ist eine institutionell verankerte Ausbildung von essentiellem Belang, zumal sich daraus erste Kontakte ergeben können, die zu ersten Ausstellungen führen. Innerhalb dieser Lebens- und Schaffensphase ist zudem auch die Heranführung an die Kunst und die Entfachung einer Leidenschaft für diese Kulturgattung von Bedeutung. Weiterhin wird hier zumeist die Basis für die dem eigenen Selbst am ehesten entsprechende Technik gelegt. Durch das Experimentieren mit unterschiedlichen Materialien tritt das Bevorzugte bald an den Tag. Die Auseinandersetzung mit den wichtigsten Künstlern hat nach dem ersten Teil dieser Reihe bis hierher gezeigt, dass keine Technik automatisch Erfolg verspricht. Sie muss nur authentisch sein und deshalb ist es umso wichtiger, solange zu experimentieren, bis die Funktion ihre Form gefunden hat.

Außerdem scheint es, zumindest in der Gegenwart, von Vorteil zu sein, Amerikaner oder Westeuropäer zu sein, um wirklich erfolgreich zu werden. Die zunehmende Globalisierung wird dies sicherlich bald ändern, wie die Prominenz des chinesischen Künstlers Ai Weiwei zeigt. Viele der hier porträtierten Künstler haben eine Geschichte, sie haben Lebenserfahrungen gesammelt, an unterschiedlichen Orten und in verschiedenen Kulturen gelebt. Wer in der Kunst erfolgreich sein will, muss hinaus aus seiner Welt: sich ausprobieren, Perspektiven sammeln und die Fähigkeit erlangen, grenzüberschreitend zu denken. Denn die Aneignung eines übergreifenden Denkens, die intellektuelle oder philosophische Auseinandersetzung mit der Welt und sich selbst, ist für die Entwicklung einer Botschaft, Kritik, Subversion oder einfach nur die individuelle Auseinandersetzung mit der Welt sein kann, unabdingbar.

Kunst braucht einen Antrieb, Kunst braucht Leidenschaft, nicht nur für die Kunst selbst, sondern auch für das Leben an sich. Und nicht zu vergessen: Kunst ist Tat, wie Damien Hirst im Jahre 1995 nach der Kritik, dass jeder in der Lage sei, diese Art von Kunst zu schaffen, bemerkt:

„It’s very easy to say, I could have done that, after someone’s done it. But I did it. You didn’t. It didn’t exist until I did it.“

Damien Hirst

Autor/-in: Inga Ganzer
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3 comments on ‘Künstler?! Die wichtigsten der Gegenwart (II)’

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  2. […] Gegensatz dazu scheint die Kunst der Gegenwart jedoch lebendig wie nie. Die Documenta 13 wollen mehr Besucher sehen als je zuvor. 860.000 sind im […]

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